Zukünftige Pfarrei: St. Maria, Köthen
1. Leitbild
Im Vergleich zur Kirchengeschichte und zur Geschichte von Kirche in unserem Land und in unserem Bistum ist die Entstehung katholischer Gemeinden in Anhalt in der jüngeren Geschichte ein relativ kurzer Zeitabschnitt. Schon sehr früh wurde im Fürstentum Anhalt-Köthen die Reformation eingeführt, und somit erlosch katholisches Leben gänzlich.
Erst durch die Konversion von Herzog Friedrich Ferdinand von Anhalt-Köthen
und seiner Gemahlin Julie, einer geborenen Gräfin von Brandenburg,
im Jahr 1825 wurde für den katholischen Glauben ein neuer Anfang möglich.
Dieser Konversion verdanken wir unsere Existenz als katholische Gemeinden
und den Bau der katholischen Schloss- und Pfarrkirche
St. Maria Himmelfahrt. Das Herzogspaar hat die im Jahr 1826 errichtete
Pfarrei mit zwei Gütern dotiert, die in den darauf folgenden Jahren
die entstehenden Gemeinden in Bernburg, Gross-Alsleben, später auch
in Görzig und anderen Orten in jeglicher Hinsicht unterstützte.
In der Diaspora entstanden geistliche Werke mit großer Strahlkraft
für den Katholizismus in ganz Deutschland.
Das Gebiet der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt in Köthen erstreckte sich auf das gesamte Herzogtum Anhalt-Köthen. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Kohlebergbau in Osternienburg begann und viele polnische katholische Familien nach Osternienburg zogen, gründeten sie zunächst den St. Barbaraverein, bauten 1908 die Herz-Jesu-Kirche und schufen so die Voraussetzungen zur Errichtung der späteren Pfarrei.
In Görzig stiftete der Fabrikant Dr. Keidel die Heilig-Geist-Kirche, aus dieser Stiftung erwuchs eine eigenständige Kirchengemeinde.
Der Ausgang des 2. Weltkrieges vertrieb viele Menschen aus ihrer angestammten Heimat. Insbesondere aus dem Sudetenland und aus Schlesien kamen viele katholische Familien nach Köthen und in die umliegenden Ortschaften. Pfarrer Dr. Franz Schulte kaufte deshalb die Gaststätte „Zum Felsenkeller“ und ließ sie zu Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus umbauen. So entstand in Köthen die zweite Pfarrei „St. Anna“.
In Edderitz bauten sich in den 50er Jahren die vertriebenen schlesischen und sudetendeutschen Katholiken die ehemalige Waschkaue des Tagebaues zur St. Michaelskapelle aus und schufen sich so ein neues geistliches Zuhause.
An die Tradition der Gründungszeit möchten wir als Gemeindeverbund Köthen-Görzig-Osternienburg und spätere Pfarrei wieder anknüpfen. Die Mutterpfarrei soll unter den sich gewandelten Verhältnissen wieder das Zentrum unserer Pfarrei sein, in dem die weniger gewordenen Katholiken der Region die Möglichkeit erhalten, gemeinsam Gemeinde zu erleben und Gemeinde zu sein im Gottesdienst, in der Verkündigung und Weitergabe des Glaubens und in der Sorge umeinander und um andere.
So wie das Herzogspaar im 19. Jahrhundert durch seinen Schritt in die katholische Kirche Zeugnis gegeben hat, so möchten wir im 21. Jahrhundert Zeugen des Glaubens in unserer Zeit und an unseren Orten sein.
Wir möchten den Auftrag Jesu hier und heute an- und ernst nehmen:
„Ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8).
2. Pastorale Ziele und Aufgaben in Verbund und späterer Pfarrei
2.1. Liturgie
Nach dem Gleichnis Jesu von den Talenten, die seine Jünger zur Mehrung
des Glaubens einsetzen sollen, möchten wir mit dem Pfund „wuchern“,
das uns zugefallen ist. Die Kirche „St. Maria Himmelfahrt“ ist
durch ihre klassizistische Architektur ein Kleinod und ein Bauwerk von
nationaler Bedeutung, das im Zusammenhang mit dem Schlosskomplex, zu dem
sie gehört, ein Anziehungspunkt zahlreicher Besucher von nah und fern
ist. Diese Kirche für Außen- und Fernstehende durch ihre liturgischen
Orte und Funktionen aus dem Glauben heraus zu erschließen ist eine
Chance. In dieser Kirche soll und muss Liturgie in ihren vielfältigen
Formen gepflegt werden, die Menschen anzieht und neugierig macht. Liturgie
muss sich in ihren unterschiedlichen Formen und Diensten entfalten, um
dadurch die Schönheit und Wahrheit unseres Glaubens zum Ausdruck zu
bringen.
In der Regel soll in Köthen, Osternienburg und Görzig / Edderitz an jedem Sonntag eine Hl. Messe gefeiert werden.
An den Werktagen soll im Gemeindeverbund ein Gottesdienst gefeiert werden.
Die Gemeindemitglieder vor Ort tragen Sorge für die liturgischen
Dienste und die Ausstattung, Gestaltung und Pflege ihrer Kirchen.
Um Kindern und Familien eine Brücke zur Liturgie der Kirche zu bauen,
gibt es an jedem 1. Sonntag im Monat einen Familiengottesdienst, der von
einem Vorbereitungskreis eigens gestaltet wird. An jedem 3. Sonntag im
Monat feiern die Kinder bis zur 2. Klasse einen eigenen Wortgottesdienst
und nehmen danach wieder am Gottesdienst der Gemeinde teil.
Den zahlreichen älteren Gemeindemitgliedern, die auch nicht mehr
zu den Gottesdiensten abgeholt werden können, soll die regelmäßige
Krankenkommunion angeboten werden.
Dafür sollen Kommunionhelfer ausgebildet und eingesetzt werden.
So soll ein Netzwerk von seelsorglicher und sakramentaler Betreuung
entstehen.
Einmal im Jahr werden die Senioren aus dem Verbund zu einem Gottesdienst und anschließendem Beisammensein eingeladen.
Die gemeinsame Feier des Fronleichnamsfestes, zu dem wir uns in jedem Jahr in einem anderen Ort unseres Verbundes zusammenfinden, ist ein großes Geschenk der Gemeinschaft und ein gemeinsames Bekenntnis unseres Glaubens in der Welt, in der wir leben.
Neben der persönlichen Krankensalbung soll es einmal im Jahr für den Gemeindeverbund und das Pflegeheim eine gemeinsame Feier der Krankensalbung und –segnung geben.
Ministrantengruppe, Gottesdienstvorbereitungs- und Lektorenkreis, der Chor, die Küster und die Blumenschmuckgruppe dienen der liturgischen Bildung und Schulung, um Liturgie zu verstehen und zu erschließen.
Um das Bußsakrament als Feier der Versöhnung mit Gott und untereinander ins Bewusstsein zu heben, werden verlässliche Beichtzeiten angeboten.
Die Kirchenmusik soll an Bedeutung gewinnen durch den gemeinsamen Kirchenchor und die Aus- und Weiterbildung von Organisten und Kantoren.
Wir streben eine würdige Bestattungskultur an. Als Möglichkeit bieten wir die Feier des Requiem in einer unserer Kirchen mit dem aufgebahrten Sarg oder der Urne an.
2.2. Verkündigung
Die Weitergabe des Glaubens ist in erster Linie Aufgabe der Eltern
und Großeltern in ihrem familiären Umfeld. Die Gemeinde und
die in der Pastoral hauptamtlich Tätigen unterstützen diesen
Ansatz.
Doch meistens sind unsere Familien heute religiös sehr schwach. So
ist es unumgänglich, auch die Eltern z.B. durch thematische Elternabende
zu unterweisen, um den „religiösen Grundwasserspiegel“ anzuheben.
Die Vorbereitung auf Taufe, Erstkommunion, Firmung und Hochzeit bieten sich hier an, weil die Erwachsenen im Vorfeld dieser liturgischen Feiern als Wendepunkte im Leben ziemlich aufgeschlossen sind. Wir wollen andere engagierte Gemeindeglieder in diese Aufgabe mit einbeziehen.
Die katechetische Unterweisung in Vorbereitung auf die Erstkommunion und Firmung erfolgt im Gemeindeverbund in Köthen.
Neben den Predigten im Gottesdienst sind die Exerzitien im Alltag in der Fastenzeit eine Möglichkeit der Reflexion und Vertiefung des eigenen Glaubens.
Auch in den Gruppen und Kreisen geschieht und gibt es Möglichkeiten der Verkündigung: ob bei der katechetischen Unterweisung der Kinder und Schüler, in der Jugendgruppe, im Kreis Junger Erwachsener, im Frauenkreis, im Seniorenkreis, den Familienkreisen und in der Kolpingfamilie kommt der Glaube zur Sprache.
In der Kindertagesstätte „St. Anna“ und im Seniorenpflegeheim „St. Elisabeth“, die sich in der Trägerschaft der Gemeinde befinden, kommen auch Menschen, die nicht zum Kreis der Gemeinde oder der Glaubenden gehören, mit dem Glauben in Kontakt. Andachten, Gottesdienste und andere liturgische Feiern gehören zum festen Bestandteil im Leben unserer Einrichtungen.
Die Religiöse Kinderwoche (RKW) ist ein Angebot an die Kinder unserer
Gemeinden,
an die Kinder von Mitarbeitern in unseren Einrichtungen und ihre
Freunde, sich in einer anderen Umgebung spielend und feiernd mit dem Glauben,
seinen Inhalten und Vollzügen zu beschäftigen.
Wir nutzen auch die Möglichkeit der Medien, wie Presse, Lokalfernsehen
und Internet, um mit dem, was wir sind und was wir tun, an die Öffentlichkeit
zu treten.
Es soll vom Gemeindeverbundsrat ein Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit
gebildet werden.
Die Vortragsabende der Kolpingfamilie, die Mitglieder aus allen Bereichen
des Verbundes und darüber hinaus hat, sind für alle Gemeindemitglieder
und die interessierte Öffentlichkeit zugänglich.
Die Aktion Dreikönigssingen und die ökumenische Martinsfeier
schlagen schon seit längerem eine Brücke zu den evangelischen
Gemeinden und in die Öffentlichkeit.
Das zweimal im Jahr stattfindende sog. Frauenfrühstück führt Frauen aus den verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften zusammen, um über Lebens- und Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen.
Was fehlt ist ein entsprechendes Pendant für Männer, die lediglich einmal jährlich zu ihrem Kreuzweg von Köthen nach Osternienburg zusammenkommen. Ein thematischer ökumenischer Männerfrühschoppen soll hier ein Angebot werden.
2.3. Die Sorge umeinander und um andere
Die Sorge umeinander und um andere geschieht nicht nur in unseren
gemeindeeigenen Einrichtungen, sondern kommt auch in den liturgischen
und außerliturgischen Zusammenkünften zum Ausdruck. Dabei
geht es besonders um diejenigen, die alt, schwach, einsam, krank sind.
Der wöchentliche Seniorenkreis in Köthen und die monatlichen
Gemeindenachmittage in Osternienburg und Görzig bieten unseren älteren
Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu Gemeinschaft, Austausch und
thematischen Beiträgen.
Einmal im Monat findet ein gemeinsamer Seniorennachmittag im Gemeindeverbund statt.
Die monatlich stattfindenden Haus- und Krankenkommunionen halten Kontakt und schaffen Beziehung zu denen, die nicht mehr am gottesdienstlichen und Gemeindeleben teilnehmen können.
Der Helferkreis in Köthen kümmert sich um die Altengeburtstage und schickt Grüße oder überbringt persönlich Glückwünsche der Gemeinde. Wir beabsichtigen, diesen Helferkreis auf die anderen Orte auszudehnen.
Zum Caritasheim „St. Hildegard“ in Osternienburg, in dem seelisch kranke Menschen betreut werden, und zu der Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes bestehen gute Kontakte und ein reger und regelmäßiger Austausch durch gegenseitige Besuche und Teilnahme an Höhepunkten, Festen und Feiern.
Im Seniorenheim wird an jedem Montag die hl. Messe in der Hauskapelle gefeiert und anschließend die hl. Kommunion zu denen gebracht, die Bett oder Zimmer nicht mehr verlassen können. An jedem Freitagnachmittag gibt es für die Hausbewohner eine thematische oder gesellige Zusammenkunft, die Pfarrer und Gemeindereferent abwechselnd gestalten. Ein Besuchsdienst der Gemeinde, der sich um Bewohner kümmert, die keine Angehörigen haben, soll aufgebaut werden. Die Sorge um Kranke und Sterbende teilen sich die Hauptamtlichen durch Besuche und/oder Sakramentenspendung im Krankenhaus oder zu Hause und durch Zuwendung zu Angehörigen oder Hinterbliebenen. Ein Besuchsdienst im Seniorenheim und Krankenhaus soll nach Möglichkeit eingerichtet werden.
Die Erweiterung des Pflegeheimes um altersgerechtes Wohnen und die Errichtung eines Hospizes werden wir prüfen.
2.4. Ökumene
Die Christen beider Konfessionen sind in Köthen und im Umland in der
Minderheit.
Als Kirche Jesu Christi sind wir berufen, trotz der Trennung den
Glauben an den dreifaltigen Gott gemeinsam zu bezeugen. Das tun wir durch
Kontakte und gemeinsame Unternehmungen vor Ort.
Ökumenische Veranstaltungen sind:
- die Aktion Dreikönigssingen
- der Weltgebetstag der Frauen
- der Jugendkreuzweg
- der Männerkreuzweg
- das Frauenfrühstück
- das Abendgebet mit Taizè-Gesängen am Freitag vor Pfingsten
- das Kindergartenfest zwischen der katholischen Kita „St. Anna“ und
dem
evangelischen Kindergarten „Zum guten Hirten“
- das Martinsfest auf dem Köthener Marktplatz
- die Adventsandacht am 2. Advent
- die Jahresschlussandacht
Ein Ausbau der Zusammenarbeit und Kontakte ist vorgesehen.
In der Kapelle unseres Pflegeheimes gibt es für die Bewohner evangelischen Glaubens vierzehntägig einen evangelischen Gottesdienst.
Auch ist es selbstverständlich, an Großveranstaltungen wie z.B. Kirchentagen teilzunehmen und sich mit Räumlichkeiten auszuhelfen.
Die hauptamtlichen Mitarbeiter in Köthen treffen sich viermal im Jahr.
Die Kontakte zwischen den Gemeinden sind ausbaufähig.
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3. Strukturen, Personen und Ressourcen
Wir streben an, trotz räumlicher Trennung als Gemeinden in der neuen Pfarrei immer mehr zusammenzuwachsen.
Die Hauptamtlichen in der Seelsorge und die Leiterinnen unserer Einrichtungen treffen sich aller zwei Monate zu einer großen Dienstbesprechung. Die wöchentlichen Dienstbesprechungen erfolgen im kleineren Kreis.
Solange es die Größe und die Lebendigkeit der Gemeinden und die finanziellen Mittel zulassen, sollen die gottesdienstlichen Standorte erhalten bleiben.
Die Gremien des Gemeindeverbundes tragen Verantwortung in der Verwaltung und in der Pastoral. Der Gemeindeverbundsrat (GVR) trifft sich jeden ungeraden Monat zu Beratungen zusammen, die Kirchenvorstände nach Erfordernis und Notwendigkeit.
Zur Leitung und zur Belegschaft unserer Einrichtungen, Pflegeheim und Kindertagesstätte, sollen die Kontakte verstärkt werden.
Die Kirchenvorstände sind bestrebt, die finanziellen Mittel, die dem Verbund zur Verfügung stehen, zweckmäßig, jedoch sparsam einzusetzen.
Bei allem Bemühen um Ausgleich der Interessen wird sich von den Gegebenheiten, Zahlen und Strukturen her vieles auf Köthen konzentrieren.
Die Pfarrei mit ihren Gemeinden und Einrichtungen will Anstrengungen zur Bewahrung der Schöpfung unternehmen, d.h. sensibler und sparsamer Umgang mit Ressourcen (z.B. Energie, Mülltrennung, -vermeidung, u.a. ).
Sollten die Kirchen und Gemeinderäume in Edderitz und Osternienburg und St. Anna Köthen nicht mehr benötigt werden, werden sie einer anderen Verwendung zugeführt.
Die Kirche in Görzig wird wegen ihrer Besonderheit in Geschichte und Architektur erhalten bleiben, nach Möglichkeit auch das Gemeindehaus. Die Nutzung des Pfarrhauses ist nach dem Weggang des dort wohnenden Geistlichen noch offen.
4. Vorhaben und Ziele
4.1. Mittelpunktkirche
Bei Berücksichtigung der Filialgemeinden und Orte wird sich vieles
an Gemeindeleben und Aktivitäten auf Köthen konzentrieren. Als
Hauptkirche im Verbund wird St. Maria das liturgische Zentrum der neuen
Pfarrei sein, hier werden zukünftig unter anderem auch die Hauptgottesdienste
zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten gefeiert werden. Dazu wird ein Fahrdienst
eingerichtet.
4.2. Begegnungsorte
In der Kindertagesstätte „St. Anna“ und im Seniorenpflegeheim „St.
Elisabeth“ entstehen Kontakte auch zu Nichtchristen. Es bleibt die
Sorge um ein christliches Profil durch ein engagiertes christliches Personal.
Aufgrund dieser Sorgen bieten wir Ausbildungsplätze an.
Die Kontakte und Beziehungen zwischen Gemeinde und Einrichtungen müssen gestärkt und intensiviert werden durch gegenseitiges Anteilnehmen an Höhepunkten und Vollzügen.
4.3. Religiöse Bildung
Die Vermittlung und Weitergabe des Glaubens darf nicht auf die Hauptamtlichen
beschränkt bleiben. Bei der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente
sollen die Eltern bzw. Erwachsenen mit einbezogen werden, um auch ihnen
Inhalte und Zusammenhänge des Glaubens zu vermitteln bzw. diese
zu vertiefen.
4.4. Vernetzungen
Der Gemeindeverbund wie die neue Pfarrei sind kein homogenes Gebilde,
sondern eine Gemeinschaft aus Gemeinschaften und Einzelpersonen. Bei
allem Respekt vor Eigen- und Selbständigkeit gilt es, diese in Kontakt
miteinander und Beziehung zueinander zu bringen. Repräsentatives
Beispiel kann dabei der Gemeindeverbundsrat sein, in dem durch Wahl oder
Berufung alle Gemeinden, Einrichtungen und Verbände durch Personen
vertreten sind, die als Kontaktpersonen und Multiplikatoren fungieren
können.
Aber auch in der Ökumene wollen wir das miteinander tun, was wir miteinander tun können, bei allem Respekt vor der Andersartigkeit und Eigenständigkeit des ökumenischen Partners.
4.5. Ehrenamtliches Engagement
Gemeinde besteht nicht nur aus den hauptamtlich Verantwortlichen,
sondern aus allen, die durch Taufe (und Firmung) zu ihr gehören.
Die Sorge und das Mittun jedes Einzelnen macht Gemeinde lebendig und
attraktiv. Keiner kann alles, und keiner kann nichts. Jeder kann und
soll das einbringen und beitragen, was er kann.
Hier gilt es, Talente zu entdecken, zu ermutigen und zu fördern, und zwar für alle Bereiche und Vollzüge im Gemeindeleben wie Liturgie, Unterweisung, Caritas und Ökumene. Was auf pfarrlicher Ebene nicht geleistet werden kann, kann durch Angebote des Bistums ergänzt werden.
Ehrenamt verlangt Anerkennung und Dank. Einladungen und gemeinsames Feiern können dafür ein Ausdruck sein.
Im Gemeindeverbund gibt es jährlich einen Neujahrsempfang am Fest der Taufe des Herrn für die ehrenamtlichen Mitarbeiter.
4.6. Feste und Feiern
Was wir im Gottesdienst liturgisch feiern, setzen wir einmal im Monat
beim Frühschoppen der Gemeinde fort. Dabei stehen die Gemeinschaft,
die Begegnung und das Kennenlernen im Vordergrund. Die Erwachsenen kommen
ins Gespräch, die Kinder und Jugendlichen spielen miteinander. Fahrten
und Ausflüge ergänzen diese Kontakte.
In allen Kirchen und Einrichtungen feiern wir die Patronatsfeste.
Die gemeindlichen Faschingsfeiern führen schon jetzt die Gemeinde und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Einrichtungen sowie die Mitglieder von Caritas und Maltesern zu geselligem Beisammensein zusammen. Wegen der gewachsenen Traditionen und der begrenzten Räumlichkeiten wird es auch in Zukunft einen Köthener und einen Görziger Fasching geben, die durch gegenseitigen Besuch und Beiträge ihre Zusammengehörigkeit zum Ausdruck bringen.
5. Überprüfung und Realisierung
Die Pastoralvereinbarung zwischen den Gemeinden St. Maria und St. Anna, Köthen, Herz Jesu, Osternienburg, und Heilig Geist Görzig soll alle zwei Jahre auf einer gemeinsamen Klausurtagung von Gemeindeverbundsrat und Kirchenvorstand auf Umsetzung und Realisierbarkeit überprüft und fortgeschrieben werden. Die Pastoralvereinbarung ist ein Instrument, das dem Zusammenwachsen und der Gemeinschaft der Gemeinden im Verbund und der späteren Pfarrei dienen soll.
Diese Pastoralvereinbarung des Gemeindeverbundes Köthen-Görzig-Osternienburg wurde auf der Gemeindeverbundsversammlung am 11. März 2010 von den anwesenden Gemeindemitgliedern angenommen und von den Verantwortlichen unterzeichnet wie folgt:
| Armin Kensbock | Leo Nöring | Matthias Thaut |
| Pfarrer / Gemeindeverbundsleiter | Pfarrer / Kooperator | Gemeindereferent |
Die Kirchenvorstände von St. Maria, Köthen:
Georg Heeg
Dr. Werner Sobetzko
Michael Fischer
Herbert Heller
Die Kirchenvorstände von St. Anna, Köthen:
Bernhard Northoff
Wolfgang Thurau
Die Kirchenvorstände von Herz Jesu, Osternienburg:
Bernd Kresner
Daniel Kresner
Die Kirchenvorstände von Heilig Geist, Görzig:
Christine Globke
Susanne Bothe
J ürgen Kowalzik
Für den Gemeindeverbundsrat:
Ursula Kresner
Gabriele Thielicke